Übliche Bräuche zur Regency Weihnacht

In jedem Land wird das Weihnachtsfest anders begangen und auch in England gibt es ganz andere Bräuche. Doch was heute typisch für das britische Weihnachtsfest ist, war noch lange kein Gang und Gebe zur Regency.

Auch sollte man hier die Geschichte bedenken, die sich vor der Zeit abgespielt hat. So wurde das Weihnachtsfest unter der Herrschaft von Oliver Cromwell im Jahr 1646 verboten. In Schottland war Weihnachten bis in die späten 1960er Jahre kein anerkannter gesetzlicher Feiertag. Was nun mal bedeutet, dass die typischen weihnachtlichen Festlichkeiten, die sich im Mittelalter abspielten gar nicht mehr gegeben waren. Im frühen 18. Jahrhundert fing man wieder an das Weihnachtsfest  zu feiern.

Nach Charles Dickes A Christmas Carol, 1848 fand das Weihnachtsfest auch mehr Beachtung in London. Davor war es mehr ein ländliches Fest. Das Fest startete am 6.12. und endete am 6. Januar. Üblicherweise schenkte man sich unter Freunden am 6. Dezember (St. Nikolaus) ein kleines Geschenk.

Das Haus wurde feierlich am 24. Dezember geschmückt. Zur Dekoration wurden Zweige vom immergrünen Baum, Stechpalmenzweige, Efeu, Rotdorn und Rosmarin verwendet. Auch Christrosen waren sehr beliebt. Mistelzweige wachsen meist nur im Westen und Süden Englands und waren so nicht immer überall erhältlich.

Das übliche Arrangement über der Tür, dass zum Kuss unter dem Mistelzweig verleitet besteht aus Immergrün, Äpfeln, Papierblumen und Puppen, die Maria, Josef und das Christkind wiedergeben.

Der Kuss unter dem Mistezwelg
Der Kuss unter dem Mistelzweig

Geschmückt wurde zudem nicht vor Heiligabend, denn das sollte Unglück bringen und um nicht das Pech ins neue Jahr mitzunehmen wurde die Weihnachtsdekoration am 6. Januar oder schon davor wieder entfernt.

Die Christbäume fanden erst ab 1848 einen Platz in den britischen Wohnzimmern. Davor war der Brauch zwar als deutscher Brauch bekannt, aber eher nicht beliebt. Erst durch ein Bild von der Königsfamilie um den Tannenbaum herum, das in der Zeitung abgebildet wurde, bekam der Weihnachtsbaum seinen Platz bei den Engländern.

Traditionell schlug man auch den Yule log, der feierlich in die Wohnstube getragen und im Kamin verbrannt wurde. Dieser Brauch bestand schon sehr lange und war ein sehr großes Ereignis. Man zündete diesen an Heiligabend an, bewahrte einen Rest davon auf und entzündete damit den neuen Weihnachtsscheid. Das sollte Glück bringen. Diese Tradition verschwand zunehmend mit den Mangel an großen Kaminen und wurde durch die leckere Weihnachtsnachspeise Bûche de Noël ersetzt, die die Form eines Baumes hatte und so symbolisch für den Yule log steht.

In der Regency gab es zudem auch keine Weihnachtskarten. Weihnachtskarten wurden erst ab 1836 versendet. Allgemein wurden an Heilig Abend und an den Weihnachtsfeiertagen alle mit „Happy Christmas“ gegrüßt.

Um sich die Zeit zu vertreiben, wurden Spiele gespielt, wie z. B. das beliebte Pantomime. Weihnachtslieder wurden nicht zwingend gesungen. Man sagt, es sei eine viktorianische Tradition, andere Quellen sagen es sei eine Tradition in Wales. Gesungen wurden meist Lieder wie, „Deck the Halls“, „Here We Come a-Wassailing“ oder „While Shepherds Watched Their Flocks by Night“.

Am 1. Weihnachtstag stand ein Kirchenbesuch an. Gefolgt von einem ausgiebigen Mittagsessen, bestehend aus einem Eberkopf (meistens allerdings ein einfacher Schweinskopf), Gans oder Truthahn, dazu gab es Plumpudding, Marzipan und Lebkuchen.

Ein Regency Weihnachtsessen
Ein Regency Weihnachtsessen

Der 2. Weihnachtsfeiertag ist auch bekannt als der „Boxing Day“. Hier überreichte man Geschenke oder Boxen an diejenigen, die dir das Jahr über gute Dienste geleistet haben (meist an die Untertanen) oder man half auf andere Art und Weise, und tat damit Gutes. Der Tag war aber auch sehr beliebt um Füchse zu jagen.

Die Weihnachtsfeierlichkeiten wurden mit der Twelfth Night party, am 6. Januar abgeschlossen. Hier wurden ausgelassen Spiele gespielt, gesungen, getanzt und gegessen.

Heute wird das „verlängerte“ Weihnachtsfest nicht mehr so gefeiert, wie damals. Es gibt sicherlich die Vorweihnachtszeit beginnend mit Advent, anschließend die Weihnachtstage und dann ist Schluss. Diese Änderung kam durch die Industrielle Revolution und dadurch, dass die Menschen dann bereits schon arbeiten mussten.

cruikshank-christmas-pudding-served-at-dinner-party-life-magazine-image

Quelle: Autorin Regina Scott, Historical UK
Advertisements

Bûche de Noël

Seit die Tradition einen Yule log, oder wie wir es nennen, Weihnachtsscheid, zu schlagen und im Ofen als Weihnachtsbrauch zu verbrennen, abgeklungen ist (Mangel an großen Kaminen), hat sich vermehrt der Brauch in Frankreich sowie auch England durchgesetzt eine leckere Nachspeise zuzubereiten, die wie ein Weihnachtsscheid aussieht. Diese wir Bûche de Noël genannt. Erwähnt wird diese Leckerei das erste mal 1879. Es wird als Nachtisch zum Weihnachtsessen serivert.

Ich würde diese gerne selbst ausprobieren, vielleicht beim nächsten Weihnachtsfest?

Eine Bûche de Noël besteht aus eine Biskuitboden, wird mit Schokoladenbuttercreme gefüllt und gerollt. Meistens wird ein Ende abgeschnitten und an die Seite angebracht, damit das Dessert am Ende wie ein Baumstamm aussieht. Die Creme wird auf die Rolle aufgestrichen, mit einer Gabel rillenartig eingeritzt um die Rinde zu erhalten. Zusätzlich verziert man das Ganze mit Blättern, Pilzen und anderen Sachen, die im Wald wachsen (natürlich auch aus leckeren Marzipan oder Baiser). Es gibt sehr viele Rezepte dazu. Von einfach bis ausgefallen ist einfach alles dabei.

Ich habe mal ein Rezept rausgesucht, was mir einfach erschien. Dort gibt es dann auch sehr schöne Bilder.

> Backen mit Spaß

Eigentlich wollte ich jetzt noch ein paar schöne Bilder einbinden um euch die vielen Variationen des Kuchens zu zeigen, doch Pinterest mag hier nicht eingefügt werden :( Daher mach ich das jetzt auf die alte Art und Weise und leg euch den Link zur Pinterestseite von mir hier hin.

Frost Fairs

Während der Kleinen Eiszeit (14. bis frühes 19. Jahrhundert) fror die Themse im Winter oftmals zu, das nutzen die Bewohner der Stadt und veranstalteten Frostjahrmärkte auf dem Fluss.

Allerdings war nicht nur das kalte Klima der Grund dafür, dass die Themse zufror, sondern der Fluss war auch breiter als heute. Dadurch floss das Wasser langsamer und konnte gefrieren. Zudem war die London Bridge als eine Art Damm gebaut. Die Pfähle der Brücke wirkten bremsend auf den Fluss.

Im Winter 1536 unternahm König Heinrich VIII. eine Schlittenfahrt vom Stadtinneren bis nach Greenwich und Königin Elisabeth I. sparzierte 1564 sogar auf der zugefrorenen Themse.

1608 fand der erste Frostjahrmarkt statt. 1683/84 wurde der berühmteste veranstaltet. John Evelyn hinterließ für die Nachwelt folgende Beschreibung:

„Kutschen bahnten sich ihren Weg von Westminster zum Temple und von zahlreichen anderen Treppen hin und zurück, wie in den Straßen; Schlittenfahren, Eislaufen, Bullenhetzen, Pferde- und Kutschenrennen, Puppentheater und Zwischenspiele, Köche, Besäufnisse und andere lasterhafte Orte; es schien ein bacchanalischer Triumph zu sein, ein Karneval auf dem Wasser.“

Frostjahrmarkt in 1683/84
Frostjahrmarkt in 1683/84

Es gab sogar einen Drucker namens Croom, der verkaufte Souvenirkarten, die mit dem Namen des Käufers und dem Datum versehen waren und belegten, dass man diese wirklich auf der Themse gekauft hat. Er hat damit sehr gutes Geld verdient.

Leider konnten die Frostjahrmärkte immer nur sehr kurz veranstaltet werden. Kaum hatte man alles aufgebaut, wurde das Wetter besser und das Eis fing an zu schmelzen. Diese Wetterbesserung forderte meist auch Todesopfer und beschädigte Eigentum.

Insgesamt frohr die Themse 23 mal zu: 1408, 1435, 1506, 1514, 1537, 1565, 1595, 1608, 1621, 1635, 1649, 1655, 1663, 1666, 1677, 1684, 1695, 1709, 1716, 1740, 1776, 1795 und 1814.

Am 1. Februar 1814 startete der letzte Jahrmarkt auf der Themse. Dieser dauerte gerade mal 4 Tage. Bei diesem Anlass wurde ein Elefant unter der Blackfriars Bridge über die Themse geführt und das Buch „Frostania“ von einem Drucker names Davis kam heraus.

In den kommenden Jahren wurde es wärmer. Die alte London Bridge wurde im Jahr 1831 neu gebaut und die Themse wurde in ein engeres Flussbett gezwungen, was dazu führte, dass das Wasser nicht mehr gestaut wurde und schneller floß. Es ist unwahrscheinlich, dass der Fluss aufgrund dieser Tatsachen noch ein mal gefriert.

Frost Fair 1683
Frost Fair 1683, für mehr Infos bitte Anklicken dort gibt es die Übersetzung zu den Texten
Gemälde von 1677 auf dem zu sehen ist, wie dick die Themse gefroren war
Gemälde von 1677 auf dem zu sehen ist, wie dick die Themse gefroren war
Quellen: Wikipedia (deutsch), Wikipedia (engl.), Historic UK, engl.

Weihnachtslieder

Das Singen zu Weihnachten hat eine sehr lange Tradition. Eins der ältesten Weihnachtslieder, das uns bekannt ist, ist Corde natus ex Parentis (Of the Father’s love begotten), das von den Römern im 4. Jahrhunder gesungen wurde und auch immer noch gerne gesungen wird.

Erst im 12. Jahrhundert wurden mehr Lieder geschrieben oder abgeändert um zum Weihnachtsfest zu passen. Unter Francis von Assasin wurden auch vermehrt in Deutschland, Frankreich und Italien eigensprachige Lieder zur Weihnachtszeit eingeführt. Englische Weihnachtslieder wurden erst ab 1426 erwähnt. Hier zogen Sänger (wassailers) von Haus zu Haus und sangen Weihnachtslieder. Es war auch nicht unüblich, dass man z. B. Lieder, die man wähernd der Ernte sang an Weihnachten hervorkramte und zum Besten gab.

Das Singen selbst in der Kirche wurde erst mit der Reformation von z. B. Martin Luther erreicht. Die Kathiliken sahen es bis dahin nicht so gerne in der Kirche zu singen.

„Adeste Fideles“ wurde im Jahr 1841 in englischen Ländern als Weihnachtslied verwendet und wird immer noch gesungen. Seinen Ursprung hat das Lied allerdings im 13. Jahrhundert.

1833 kamen auch andere Titel wie „God Rest Ye Merry, Gentlemen“, „The First Noel“, „I Saw Three Ships“ und „Hark! The Herald Angels Sing“.

Andere Lieder, die immer noch gesungen und bekannt sind, haben ihren Ursprung sogar aus dem Mittelalter und luden zum Tanzen ein.

„Stille Nacht, heilige Nacht“ wurde in Österreich das erste Mal 1818 in der Kirche gesungen und 1871 wurde das Liedchen ins Englische übersetzt.

Was sind nun „wassailers“? So wurden Gruppen von Menschen genannt die um die Häuser zogen und Weihnachtslieder zum Besten gaben und dafür entsprechend mit Essen, Geschenken oder einem warmen Getränk belohnt wurden. Noch heute ist dieses um die Häuser ziehen und singen sehr beliebt und wird meist von der Kirche gemacht um z. B. Spenden zu sammeln.

Quelle: Wikipedia

Yule log

Das Entzünden des Yule log, in Deutsch: Weihnachtsscheits, Christklotz ist eine sehr alte Tradition, die noch weit ins 19. Jahrhundert veranstaltet wurde.

Seine Herkunft hat der Weihnachtsscheit aus der germanischen Kultur und wurden in vielen Teilen Europas als Brauch bei der Wintersonnenwende verwendet. Mit der Christianisierung wurde der uralte Brauch übernommen und so wurde aus einem nahegelegenen Wald ein Scheit geschlagen, der an Heiligabend entzündet wurde und bis zum 6. Januar brannte.

Der Scheit wurde mit einem Rest des Vorjahres entzündet und brachte Glück, Wohlstand und schützte vor dem Bösen. So hob man einen Teil des Scheits das ganze Jahr über auf um das Glück bei sich zu halten. Später, Ende 19., Anfang 20. Jahrhundert als die großen Kamine verschwanden, wurde diese Tradition durch das Dessert Bûche de Noël ersetzt. Dies ist heutzutage nicht nur ein Brauch in England sondern auch ein Frankreich.

Schlagen des Yule log, 1864, The Book of Days
christmas-bringing-yule-log-eve-antique-print-1845-71470-p
1779, Dörfler bringen den Yule log in die Halle
Anstoßen auf den Yule log
Anstoßen auf den Yule log
Quelle: Wikipedia

Weihnachten im Mittelalter

Postkarte, Ende 19. Jahrhundert
Postkarte, Ende 19. Jahrhundert

Damals als die Menschen noch von der Landwirtschaft lebten hatten sie natürlich im Winter weniger Arbeit. Somit hatten sie mehr Zeit. Was also mit der kalten und dunklen Jahreszeit anfangen? Natürlich! Gesellig miteinander feiern. Heidnische Bräuche baten zudem um einen milden und kurzen Winter und um einen umso wärmeren und fruchtbaren Frühling. Man muss natürlich auch bedenken, dass für die Menschen seit Jahrtausenden das Wetter überlebenswichtig war und ihr Leben bestimmte. Vor der Christenheit glaubten die Menschen an alle möglichen Götter. Die Sonnenanbetung, Opfergaben und andere Bräuche bestimmten das Leben der Menschen. Denn diese konnten im Winter nicht einfach die Heizung aufdrehen oder ins Geschäft um sich einen leckeren Braten zu holen.

Mit der Christianisierung Europas versuchte die Kirche zunehmend heidnische Bräuche zu „überspielen“ und da bot sich der 25. Dezember gerade an, die Geburt Jesus Christus auf diesen Tag festzulegen. Obwohl man damals bereits davon ausging, dass dieser eigentlich im März geboren wurde, war der 25. Dezember besser geeignet. Ein wichtiger Grund dafür ist die Wintersonnenwende, der der Kirche besser passte als ein gewöhnlicher Tag im Frühling.

So entwickelte sich das Weihnachtsfest mit Bräuchen und Traditionen, die wir bis heute noch kennen und auch noch zur Weihnachtszeit ausüben.

Im Frühmittelalter war allerdings der 6. Januar weit aus beliebter als der 25. Dezember. Zudem wurde Weihnachten sehr ernst gefeiert. In der Kirche gab es Messen mit einigen Extras dazu. Also, da war Spaß und Feiern noch sehr weit entfernt.

Dies änderte sich ab 1000 – 1300. Hier wurde die Weihnachtszeit (25.12. bis zum 06.01.) zur wichtigsten Zeit in ganz Europa. Der mittelalterliche Kalender war von religiösen Feiertagen geprägt und die Weihnachtszeit wurde mit 40 Tagen Vorlauf (ab 11.11. St. Martins Tag) eingeleitet. Das war die vorweihnachtliche Zeit, damals Advent. Die Weihnachtszeit endete mit dem 06.01.

Anfangs verbot die katholische Kirche jede Art von Geschenkübergabe, da diese Geste als heidnisch galt. Wurde aber bald sowohl bei Reichen als auch bei Armen sehr beliebt. Die Weihnachtsfeierlichkeiten beinhalteten Singen, Tanzen, Essen und Trinken.

Viele Monarchen wählten auch den 25. Dezember als Krönungstag, wie z. B. William der Eroberer im Jahr 1066.

Wie auch heute war den Menschen im Mittelalter Dekoration sehr wichtig. Grüne Pflanzen, wie Efeu, Immergrün und Stechpalmen spielten eine große Rolle. Grünes im Winter zu finden ist natürlich schwer und daher brachte es Glück und sollte entsprechend auch die Weihnachtszeit mit Hoffnung füllen. Auch die Mistelzweige und Kerzen anzünden sind eine heidnische Tradition. Geschmückt wurde das Heim allerdings erst an Heiligabend. Davor dekorieren bringt Unglück und vor allem auch Pech im neuen Jahr, wenn zum 6. Dezember die Deko nicht wieder runter kommt.

Auch die Tradition einen Weihnachtsscheit zu schlagen und festlich in die Halle zu tragen, und anschließend an den Weihnachtstagen brennen zu lassen, hat eine lange Tradition, die sogar noch bis ins späte 19. Jahrhundert Gang und Gebe war.

Viele heute noch bekannten Bräuche und Traditionen in England zu Weihnachten stammen aus dem Mittelalter

Das X in XMas steht für den griechischen Buchstaben chi, welche die frühere Abkürzung für Christus war. Das X steht als für das Kreuz an dem Jesus gekreuzigt wurde.

Die Krippe wurde von Francis of Assisi benutzt um der Bevölkerung im 13. Jahrhundert die Geburt Jesus Christus darzustellen. Diese wird auch heute noch in vielen Wohnstuben aufgestellt.

In England sowie Amerika ist es Brauch, dem Weihnachtsmann eins bis zwei Mince Pies, ein Glas Milch und eine Karotte für die Rentiere vor den Kamin zu stellen um sich für die Geschenke zu bedanken. Mince Pie sind süße Gebäckstücke, die ca. 5 bis 7 cm im Durchmesser sind. Gefüllt werden sie mit getrockneten Früchten (Aprikosen, Rosinen, Korinthen, usw.). Im Mittelalter wurden sie vermehrt zum Weihnachtsfest zubereitet. Früher wurden die Mince Pie (daher auch der Name) mit Fleisch gefüllt und waren größer. Das änderte sich dann aber, und so werden diese nur noch selten mit Fleisch zubereitet. Jeden Tag ein Mince Pie ab dem Weihnachtstag sollte Glück bringen.

Weihnachtssänger sind in England und Amerika eine Tradition. Im Mittelalter war das Singen in der Kirche verboten und vor allem während der heiligen Messen zu Weihnachten. Daher wurden die Sänger vor die Tür gesetzt. Daraus entwickelte sich die Tradition von Tür zu Tür zu gehen und entsprechend Weihnachtslieder zum Besten zu geben. Diese bekamen kleine Gaben, etwas zu Essen oder Geld. Noch heute ist dieser Brauch üblich und wird vermehrt (was für ein Widerspruch) von der Kirche oder anderen karitativen Einrichtungen genutzt um Spenden zu sammeln.

Der Schweinskopf wird feierlich in die Halle getragen
Der Schweinskopf wird feierlich in die Halle getragen

Truthahn ist zum Weihnachtsessen die meist gewählte und bevorzugte Variante. Doch bis zum 15. Jahrhundert (Entdeckung Amerikas) gab es diese Tierchen in England nicht. So bevorzugte man Gänse und Wildfleisch. Allerdings war das gute Fleisch nur den Reichen vorbestimmt und die Armen durften dieses nicht essen. Allerdings, um den guten Willen der Weihnachtszeit zu zeigen, konnte ein Lord eine gute Tat vollbringen und die unbeliebten Innereien seinen Dienern spenden. So verarbeitete man diese mit weiteren Zutaten zu Kuchen. Wildschweine waren bevorzugt und der Kopf des Tieres wurde an der Haupttafel beim Weihnachtsessen serviert. Konnte man kein Wildschwein erlegen, wich man aus auf Schwein, Gans oder Vasane.

Auch konnte ein Lord einen Untertanen zu sich in die heiligen Hallen einladen um mit ihm zur Weihnachtszeit zu speißen. Was natürlich bei vielen Untertanen sehr teuer werden konnte. Entweder lud der Herr dann nur einen Menschen ein, der entsprechend mit ihm Essen durfte um anschließend Essenreste mit Heim bekam, die er mit seiner Familie und Nachbarn teilte. Oder aber der Herr lud alle ein, was ein sehr teurer Spaß war und auch in gewisser Weiße den Reichtum eines Lords zeigte.

Ein Fest von William der Eroberer. Eine Sezen vom "Teppich von Bayeux". Eingescannt von Maggy Black's "Den medeltida kokboken", schwedische Übersetzung des The Medieval Cookbook, ISBN 91-7712-380-8
Ein Fest von William der Eroberer. Eine Sezen vom „Teppich von Bayeux“. Eingescannt von Maggy Black’s „Den medeltida kokboken“, schwedische Übersetzung des The Medieval Cookbook, ISBN 91-7712-380-8

Noch heute ist bei den Engländern eine Art der Unterhaltung an Weihnachten Gang und Gebe: Pantomime. Auch früher schon wurde diese Art des Spiels bevorzugt.

Boxing Day ist der 26. Dezember. Heute ist es üblich an diesem Tag eine gute Tat zu vollbringen oder auch eine Arbeit zu beginnen, die man dann anschließend im neuen Jahr zu ende bringen will. Also, sozusagen um schon mal gut ins neue Jahr zu starten, mit tollen Vorsätzen, usw.. Auch im Mittelalter wurde dieser Tag genutzt um den Armen etwas zu geben. Meist Geld. Im Mittelalter waren die Lords für ihre Leibeigenen und Diener zuständig. So bezahlten diese natürlich auch eine Rente an diese, wenn diese mal alt wurden. Diese wurde immer quartalsweise ausbezahlt und der 26. Dezember war meist ein Stichtag um die Rentenauszahlung vorzunehmen. Das traf sich ja mit Weihnachten sehr gut. Zu diesem Anlass wurden hohle Tongefässe mit einem Schlitz oben (genannt Schweinchen) verwendet um das seinen Untertanen zu überrreichen. So entwickelten sich auch die ersten Sparschweine. Denn auch diese Schweinchen mussten aufgeschlagen werden um an das Geld zu kommen.

Die Tradition einen Lord of Misrule zu ernennen war auch im Mittelalter ein sehr oft genutzer Brauch, der noch aus der römischen Zeit stammt. Hier wird ein Mensch zum Lord of Misrule bestimmt. Das heißt wenn es ein Untertane ist, dann kann er seinen Herrn von 17. bis zum 23. Dezember rumscheuchen. Es gab Könige, die das unterbanden aber auch welche die das erlaubten. Diese Tradition setzte sich bis weit ins 18. Jahrhundert hinweg durch, hatte aber nichts anderes im Sinn als viel Schabernack anzustellen. Viele sicherten daher während dieser Zeit ihr Hab und Gut. Vor allem soll dieser Brauch eine verkehrte Welt ohne Recht und Ordnung zeigen. Priester sangen z. B. in der Kirche und aßen am Altar eine Wurst, was überhaupt nicht ging.

Ein mittelalterliches Festmahl
Ein mittelalterliches Festmahl
Quelle: Historical UK, TimeTravel UK

Lasst uns froh und munter sein

Heute ist der 6. Dezember. Wart ihr auch brav und habt alle was in euren Stiefelchen? Also, ich habe heute Nacht auch ein bisschen was bekommen, also kann ich ja gar nicht so böse gewesen sein :D

Umzug in Holland am 6. Dezember
Umzug in Holland, 06.12.

Wisst ihr eigentlich, woher dieser Brauch kommt Kindern was am 6. Dezember zu schenken?

Der 6. Dezember ist der Gedenktag des heiligen St. Nikolaus. Er ist zudem auch der Schutzpatrone der Kinder. Einer Legende nach schenkte er drei Jungfrauen in einer Nacht Geschenke. Daraus entstand über Jahrhunderte hinweg der Brauch Kindern am 6. Dezember Geschenke zu schenken und mit anderen Gesellen (Knecht Rupprecht) ihnen eine Heidenangst einzujagen, in der Hoffnung, dass sie im kommenden Jahr brav sind.

Erst mit der Reformation im 16. bzw. 17. Jahrhundert entwickelte sich der Brauch, dass das Christkind (später z.T. Santa Claus oder der Weihnachtsmann) die Geschenke bringt. International wird der 6. Dezember immer noch genutzt um Kindern eine Kleinigkeit (manchmal auch braven Erwachsenen) etwas Süßes in die Stiefel oder auch in die Socken zu stecken. Es gibt aber auch noch Ländern in denen nach wie vor nicht am Weihnachtstag sondern nur am 6. Dezember die Weihnachtsgeschenke überreicht werden, wie in Luxemburg.

Wer mehr dazu wissen will, Wikipedia liefert mehr Informationen.

Wintersonnenwende

Mystical-sunrise-or-sunset-Stonehenge
Foto: Getty Images

Die Sonne spielte bei den Menschen von je her eine sehr große Bedeutung und so wurde diese natürlich auch entsprechend angebetet. Die Wintersonnenwende ist der Zeitpunkt zu dem die Tage wieder länger werden und die Dunkelheit sich wieder verabschiedet. Daher wurde die Wintersonnenwende mit großen Feuern gefeiert.

Der Zeitraum für die Wintersonnenwende ist der 21. bzw. 22. Dezember. Wurde aber meist auch einige Tage später gefeiert.

Mit der Wintersonnenwende geht auch die Sommersonnenwende einher (Johannisfeier, Mitsommer), die am 24. Juni gefeiert wird. Die Tage werden ab hier kürzer. Bauten wie der Turm von Jericho im 9. Jahrtausend vor Christus und Stonehenge zeigen wie wichtig diese Tage für die damaligen Menschen waren und welche große Rolle die Sonne für sie spielte. Die Sommersonnenwende wurde von vielen Religionen sehr groß gefeiert. Dazu zählen die Kelten, Germanen, Balten und viele weitere. In Ländern wo z. B. sich diese Wende mehr als wo anders auswirkte (wie in den skandinavischen Ländern) wurde die Sommersonnenwende umso doller gefeiert.

Mit der Christianisierung legte man den 25. Dezember als die Geburt Jesus Christus fest und legte diesen auf den bestehenden Brauch der Wintersonnenwende fest. Alte Bräuche, wie das Licht (Feuer/Kerzen) zu entzünden um die Dunkelheit zu vertreiben sind nach wie vor geblieben. Auch das verwenden von „grünlichen“ Deko zur kalten Jahreszeit stammt aus dieser Zeit, denn grün steht für Leben und ist natürlich im Winter schwer zu finden.

Quelle: Wikipedia

Weihnachten – ein bisschen Geschichte

Weihnachten ist das Fest der Liebe. In unserer modernen Zeit ist Weihnachten neben Ostern und Pfingsten der wichtigste Feiertag im Jahr. Bereits im September sind die Läden voll mit allerlei Leckereien und ab da beginnt die umsatzreichste Saison für den Handel. Die Gewinne sind dermaßen hoch, dass man sich manchmal fragt, was das Schönste an Weihnachten ist: Die Liebe und die Zeit mit der Familie oder die pure Lust am Shoppen. Ist Weihnachten vielleicht sogar nur ein Produkt der modernen Welt um an unser Geld ranzukommen oder wurde es schon früher gefeiert?

Tatsache ist, dass Weihnachten eigentlich ein religiöses Fest ist, das mit der heidnischen Wintersonnenwende zusammenfällt. Es wurde bereits im 2. Jahrhundert in den christlichen Ländern als der Geburtstag von Jesus Christus gefeiert. Natürlich ziemlich religiös und vielleicht mit ein bisschen heidnischen Bräuchen. Der Grund dafür war, dass zu der Zeit die Menschen sehr religiös waren und auch entsprechend sehr viel religöses Zeug feierten.

Im Mittelalter feierte man die Geburt Jesu Christi sehr ausgelassen. Die Weihnachtszeit wurde mit den 4. Adventstagen eingeleitet, began ab dem 25. Dezember und endete am 6. Januar. Trinken, Spielen, Tanzen und sexuelle Freiheiten waren ganz normal. Es ging manchmal sehr wüst zu. So hat z. B. König Richard II ein grandiöses Fest gefeiert, bei dem 28 Ochsen und 300 Schafe verspeist wurden.

Am 24. Dezember wurde ein Weihnachtsscheit mit einem Rest des letzten Weihnachtensscheites angezündet und brannte durchgehend bis zum 6. Januar. Weihnachtslieder wuden von einer Gruppe von Sängern gesungen. Am Neujahrstag wurden in England Geschenke überreicht und es gab extra einen Christmasale.

Stechpalmenzweige, Efeu und anderes Immergrün gehörte zur üblichen Dekoration. Der jährliche Genuss an Essen, Tanzen, Singen, Sportaktivitäten und Kartenspielen eskalierte zunehmend in England. Im 17. Jahrhundert gehörten ausgiebige Mahlzeiten, exklusive Maskeraden und Festumzuge zum Weihnachtsfest dazu. Während der Reformation im 16. bis zum 17. Jahrhundert wurde das Geschenk am Heiligabend vom Christkind gebracht.

Nach der Reformation wurde auch in der Anglikanischen und Lutherischen Kirche weiterhin Weihnachten gefeiert. Dann allerdings im 17. Jahrhundert sah man das Fest als Katholisch an. 1647 wurde Weihnachten in England ganz verboten. Es folgten massenweiße Proteste und 1660 wurde Weihnachten wieder erlaubt. (In Schottland wurde Weihnachten erst wieder 1958 zum gesetzlichen Feiertag.)

Diese Entwicklung brachte es mit sich, dass Weihnachten danach etwas mehr im Zwang gefeiert wurde, wenn überhaupt. Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhundert brachte Charles Dickens das Fest der Liebe wieder in die Häuser. Er beeinflusste Größtenteils das Fest in der westlichen Welt. Anfang 1830 wurden auch wieder Weihnachtslieder vermehrt gesungen und zur Tradition in England. Mit der ersten Weihnachtskarte 1843 versendete man Weihnachtswünsche auch per Post. Durch die Heirat von Queen Victoria und Prinz Albert aus Deutschland wurde der Weihnachtsbaum verbreitet in den britischen Heimen aufgestellt und geschmückt. Ein Bild, dass 1848 die Königsfamilie um den Weihnachtsbaum zeigte, brachte den Trend voran und hatte auch sehr große Auswirkungen auf das Fest der Liebe in Amerika.

Bis 1950 waren die meisten Weihnachtstraditionen nur den reichen bzw. gut betuchten Familien vorbehalten. Weihnachtsbäume waren eine Rarität. Das Weihnachtsessen bestand meistens aus Rindfleisch, selten aus Truthahn. Die Socken wurden mit Äpfeln, Orangen und Süßigkeiten gefüllt. Ausgiebige Familienfeste wurden erst mit dem zunehmenden Wohlstand ab 1950 möglich.

Weltweit entwicklete sich das Weihnachtsfest auch in Nichtchristlichen Staaten zu einem Feiertag. Wie z. B. in Japan, dass als ehemalige Kolonie eigentlich sehr wenige Christen hat, trotzdessen Weihnachten feiert. So werden Geschenke verschenkt, Weihnachtsbäume aufgestellt und die Häuser festlich geschmückt.

Katholische Länder oder auch Provinzen feiern Weihnachten mit ausschweifenden Festzügen und Paraden. Manche zeigen Santa Claus. In anderen Regionen wiederrum ist Weihnachten das Fest bei der die Familie zusammen feiert und sich Geschenke entweder am 1. Weihnachtstag  oder sogar erst am 6. Januar schenkt.

Quelle: Wikipedia

Weitere Beiträge zu dem Thema: