Ausflug nach: Torquay

Durch das Buch „Ich muss Sie küssen, Miss Dove“ von Laura Lee bin ich auf den Urlaubsort Torquay in England gestoßen.

Torquay liegt in der Grafschaft Devon an der Küste Englands und ist eine kleine Stadt. Torquay wurde im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Urlaubsort, da es bekannt war für sein gutes Klima. Der Wind an der Küste kommt weder aus dem Norden noch aus dem Westen und so ist es dort sehr mild. Zudem auch trocken und kaum neblig – anders als anderswo in England. Menschen mit Lungenproblemen wurden im 19. Jahrhundert nach Torquay gesandt, um sich dort zu erholen und wieder gesund zu werden. Dank der Eisenbahn wurde auch der Ort 1844 größer und zum Urlaubsort schlechthin für die Reichen und Schönen aus aller Welt.

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Villa Syracusa, 1906

Neben den adeligen englischen Urlaubern, kamen auch viele Europäer nach Torquay. So erbaute zum Beispiel die Familie Romanoff, eine „Urlaubshäuschen“ mit dem Namen „Villa Syracusa“ dort. Die Familie verbrachte viel Zeit in der Villa und auch andere russische Berühmtheiten verkehrten dort, wie z. B. die Frau vom Autor Leo Tolstoy. Heute ist die Villa ein Hotel.

Die Familien Cary und Palk prägten das Stadtbild. Sie bauten Häuser in Torquay, die einen südländischen Flair verbreiteten. Die Häuser waren mit Terassen ausgestatten und leuchteten hell auf den Hügeln der Stadt. Man bezeichnete die Stadt daher auch als „Das englische Neapel“. Durch das milde Klima wachsen auch wunderbar Palmen in den Gärten und Parks und tragen zum südländischen Image bei. Man sagt zwar, dass Torquay auf sieben Hügeln erbaut wurde, allerdings sind es in Wirklichkeit um die 40.

Die Schriftstellerin Agatha Christie ist in Torquay geboren, daher gibt es dort viele Einblicke in ihr Leben. Zudem bietet die Stadt auch andere Sehenswürdigkeiten, wie das nahe gelegene Dorf Cockington, mit seinem angelsächsischen Flair und einen Abstecher auf jeden Fall wert. Ein weitere Sehenswürdigkeit ist die Bygones. Dies ist eine Nachbildung einer viktorianischen Straße in Originalgröße.

Da wir vorhin von Urlaubsort sprachen, die Stadt hat zahlreiche Strände, die zum Baden einladen und zahlreiche Hotels im Ort. Neben Sonnenbaden, kann man auch um die Küste herum schöne Wanderungen machen.

Quelle: Wikipedia (deutsch)

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1907
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Torquay, 1811
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Torquay 1842
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Cockington Forge, Torquay, England

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London im Visier: Mayfair

Mayfair ist ein exklusives Stadtteil im Lononder Bezirk Westminster. Mayfair war in der Regency und ist auch heute noch ein sehr beliebtes Stadtteil für die High Society Englands. Der Staddteil wurde lediglich für die Reichen und Schönen erbaut und liegt in der Nähe von den West Ends, wo viele Attraktionen geboten werden. Zudem grenzt auch der Hyde Park an Mayfair und ist so gleich um die Ecke.

Interessant ist auch, dass die Familie Grosvenor über 300 Jahre lang einen Teil von Mayfair gehört hatte – und heute noch gehört. Sie gelten noch heute als die reichste Familie in England und haben jahrhundertelang ihre Immobilien teuer vermietet. Einige Straßen des Stadtteils sind nach der Familie benannt.

In historischen Liros gehen die Damen und Herren des ton gerne in der Bond Street einkaufen. Auch diese Strasse gibt es heute noch und dort sind die berühmtesten Modedesigner der Welt auch heute noch vertreten. Maßschneider befinden sich in der Savile Road und ein Abstecher lohnt sich auch zum Shepherd Market.

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Grosvenor Square in c. 1874, British History Online
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Grosvenor Street, 1809, British History Online
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Mount Street in 1889, British History Online
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Grosvenor Square, 1910, British History Online
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Grundplan, No. 12 Grosvenor Square, Das Haus wurde 1727 erbaut, mehrmals modernisiert und von mehreren Earls, Viscounts und anderen Adeligen bewohnt. 1971 wurde es abgerissen. British History Online

Ausflug nach: Bath

Bath liegt im westen Englands und am Fluss Avon. Etwa 20 Kilometer entfernt liegt die Stadt Bristol. Bath ist bekannt für seine römischen Bäder, die von den Römern (43 n. C.) mit den warmen Quellen vor Ort gebaut wurden. Erst ab der Zeit von Elisabeth I. wurde Bath als Kurort für den Adel bekannt. Die Stadt hat immer noch sehr viele historische Gebäude aus der georgianischen Epoche und ist ein Weltkulturerbe.

Die Geschichte der Stadt

Bereits die Kelten waren in Bath angesiedelt. Als die Römer in England einzogen, blieb der Ort für sie nicht verborgen und so bauten sie dort Thermen im römischen Stil. Später eroberten die Angelsachsen das Gebiet und gaben ihm den Namen „Hot Baths“. Allerdings wurde die Bäder, nachdem die Römer weg gingen, immer mehr vergessen und so versanken die Thermen bald im Schlamm und wurden erst wieder im 19. Jahrhundert wieder gefunden. Im 7. Jahrhundert erbaute man dort ein Kloster für christliche Nonnen, später gehörte es dann zum Benedikterorden und dann wurde da eine Abteikirche gebaut, in der 973 der erste König von England gekrönt wurde. Durch den Sieg von Wilhelm II. und die Schlacht bei Hastings ließ man die Abtei zur normannischen Kathedrale umbauen und drei Bäder wurden gebaut. Bald hieß es im ganzen Land, dass die heißen Quellen heilen. Die Stadt wurde im Mittelalter allerdings nicht für die Bäder bekannt, sondern für die Tuchweberei. Zu Zeiten Heinrich IV. verfiel die Stadt erneut und wurde erst wieder durch den Besuch von Elisabeth I. 1574 bekannt. Badekuren waren im Trend und die Stadt bekam 5 Bäder. Dadurch, dass immer mehr Adelige und Könige zur Kur nach Bath kamen, wurde die Stadt immer beliebter. Und bald schon erlangte Bath einen weltweiten Ruf und war beliebtes Ziel für alle Welt. Anfang des 18. Jahrhunderts bekam die Stadt durch Richard Nash „Der König von Bath“ einen sehr starken Aufschwung. Er sorgte dafür, dass Bath ein modernes Image bekam, stellte zudem sicher, dass die Adeligen während der Saison auch etwas in der Stadt unternehmen konnten und prägte das Stadtbild. Trotzdessen bekam Bath im 19. Jahrhundert viel Konkurenz, Bäder in Europa wurden eröffnet und so war der Aufschwung bald vorbei. Als man dann 1889 das King’s und Queen’s Bath modernisierte stieß man dabei auf das alte römische Bad, das immer noch in einem guten Zustand war. Im Jahr 1987 wurde Bath zum Weltkulturerbe der Unseco erklärt und seit dem wird auch weiterhin auf die Quellen gesetzt.

Auflug nach Bath

Die meisten Menschen kamen nicht nach Bath, weil sie krank waren, sondern weil sie das Vergnügen suchten. So machten sich viele während der Wintermonate nach Bath um dort ein langes Wochenende zu verbringen. Neben Promenaden und Parks, gab es Ballhäuser, Konzerthallen. Theater und auch Kaffeehäuser in denen sich der Adel vergnügte.

Sehenswürdigkeiten der Stadt

Neben den römischen Bäder können noch die vielen öffentlichen Parks der Stadt besichtigt werden. Zudem kommen auch Jane Austen Fans auf ihre Kosten: ein Jane Austen Center gibt es in Bath, in dem man das Leben der Autorin als sie in Bath lebte, näher erleben kann. Zudem werden auch Jane Austen Festivals veranstaltet. Erbaut wurde im Jahr 1767 das Royal Crescent (königlicher Halbmond). Eine halbmöndige Häuserreihe, die im georgianischen Stil erbaut wurde. Das Gebäude beinhaltet heute Büros, Wohnungen sowie ein Museum und ein Hotel. Da Herschel (Astronom, Musiker, Komponist) eine zeitlang in Bath lebte, gibt es auch ein Herschel Museum.

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South Parade, Thomas Malton, 1745
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Pulteney Bridge, Thomas Malton, 1785
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Royal Crescent, Thomas Malton, 1777
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High Street, Thomas Malton, 1777

Quelle: Wikipedia

Quelle Bilder: http://art.bathnes.gov.uk

Handlungsort: Gretna Green

https://i0.wp.com/christianregency.com/blog/wp-content/uploads/2013/05/313px-GretnaGreen3cp.jpgWer ließt schon historische Liros und kennt Gretna Green nicht? Gretna Green ist ein kleines Dorf in Schottland und liegt direkt an der Grenze zu England. Auf der Postkutschenroute der damaligen Zeit war Gretna Green das erste schottische Dorf, sobald man die Grenze überquerte. Doch wie kam es dazu, dass man von heiratswütigen Pärchen in Liros liest, die nach Gretna Green fliehen um zu heiraten (meist ohne Zustimmung der Eltern)?

Bis Mitte des 18. Jahrhunderts gab es keine Gesetze in Großbritannien was das Mindestalter für Eheschließungen anging. Erst 1753 beschloss das britische Parlament das Gesetz festzulegen, das Minderjährige nur mit Zustimmung der Eltern heiraten duften. Allerdings galt diese Regelung nur für England. In Schottland war es weiterhin so, dass Mädchen ab 12 und Jungen mit 14 heiraten konnten – ohne Zustimmung der Eltern. Das sprach sich sehr schnell rum, so dass viele junge Paare, die keine Zustimmung der Eltern hatten, nach Schottland flohen und durch die Route nach Gretna Green kamen. In Schottland war es auch nicht üblich, dass z. B. ein Pfarrer anwesend war und die Zeremonie vornahm. Es reichte aus, dass zwei Zeugen dabei waren und das Pärchen seine Erklärung abgab. So kam es dazu, dass der Schmied sich für dieses Amt zur Verfügung stellt. Diese schnellen Ehen wurden auch als „Ambosshochzeiten“ bekannt. Ab 1856 wurde das Gesetz in Schottland aber geändert. So musste ein Pärchen mindestens 21 Tage in Schottland gewesen sein, um sich trauen zu lassen. Diese Regelung wurde 1977 wieder abgeschafft. 1929 wurde die Regelung festgelegt, dass Minderjährige mindestens 16 Jahre alt sein mussten, um ohne elterliche Zustimmung zu heiraten.

So manche dramatische Szenen ereigneten sich in Gretna Green, da viele Väter ihren Kindern nachreisten, um die Ehe zu verhindern.

Die Schmiede ist bereits seit 1887 bis heute ein beliebtes Reiseziel für Touristen. In der Schmiede, die 1712 erbaut wurde, befindet sich heute ein Museum. Heute noch werden Ehen in Gretna Green geschlossen.

Auf dem Weg nach Gretna Green, Heywood Hardy
Heirat in der Schmiede