Fashion Plate #3

1813 September, Belle Assemblee Ladies' Fashion Regency Morning Dress & Umbrella
1813 September, Belle Assemblee Ladies‘ Fashion Regency Morning Dress & Umbrella

Bei diesem Fashion Plate handelt es sich um ein Morgenkleid, bzw. um einen Dress für den Morgenspaziergang aus dem Jahr 1813. Entnommen aus dem damaligen Frauenmagazin Belle Assemblee Ladies‘ Fashion.

Der Mantel und Bonett sind in einer Art altrosa gehalten und mit vielen Rüschen versehen. Bei diesem Dress sind mal alle Details aufeinander abgestimmt, was ich sehr schön finde. Ich weiß nicht warum, aber mir gefällt dieses Dress sehr gut und ist wohl eins der schönsten, dass ich bis jetzt gesehen habe. Ich würde mir das auf jeden Fall machen lassen, aber nicht in rosa. Vielleicht in einem dunklen blaue oder grün.

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Fashion Plate #2

Afternoon dress for November 1800
Afternoon dress for November 1800

Bei diesem Fasion Plate aus dem Jahr 1800 handelt es sich um einen Tipp für eine Veranstaltung, die am Nachmittag stattfindet.

Bei dem linken Model ist das Kleid sehr hochgeschlossen. Es hat einen Kragen und lange Ärmel. Ist aber mit einem Bändchen unter dem Busen gebunden. Was ich allerdings etwas seltsam finde ist, dass die eine Hand nicht behandschuht ist, während an dem anderen Arm deutlich ein Handschuh zu erkennen ist. Allerdings ist das Kleid sehr hübsch gemacht. In einem schönen grellen weiß mit den blauen Applikationen an Ärmeln und am Haarband sieht das echt toll aus.

Bei dem rechten Model lässt sich nur erkennen, dass ihr Kleid wohl auch hochgeschlossen ist. Auf dem Kopf ist eine schicke Feder zu erkennen. An den Oberarmen hat sie wie Armreife drauf.

Fashion Plate #1

Ackerman's Repository, September 1812, Walking Dress, From the Bibliothèque des Arts Décoratifs
Ackerman’s Repository, September 1812, Walking Dress, From the Bibliothèque des Arts Décoratifs

Heute stelle ich euch ein Ausgehkleidchen aus dem Jahr 1812 vor. Es handelt sich um ein „Walking Dress“. Also, eine Idee für einen Spaziergang im Park, zum Flanieren durch die Straßen und so weiter.

Die schicke Dame trägt ein langärmliches Kleid. Wohl aus Seide oder auch  Musselin, immerhin handelt es sich um ein Kleid für den Herbst. An den Schultern, ich würde fast sagen, Federn? Ich denke aber, das soll eine Art Stola sein aus dickeren Gewebe. Das Kleid ist sehr hochgeschlossen und unter dem Busen mit einem langen blauen Band gebunden. Auch ist dieses dekorative Band oben an den Ärmeln zu erkennen. So wie es sich gehört, trägt sie einen schicken Hut, ich nehme an einen Bonnet. Der, wie sollte es anders sein, mit Blumen verziert ist. Natürlich darf auch der Schirm nicht fehlen. Dazu passende „goldene“ Schuhe.

Mit gefällt diese Idee von einem Kleid sehr, vor allem der hochgeschlossene, zusammengeraffte Kragen. Aber mit diesem schwarzen Umhangteil könnte ich mich nicht anfreunden.

Von: Ackerman’s Repository, September 1812, Walking Dress, From the Bibliothèque des Arts Décoratifs

Tutorial #1: Regency Hair Style

Heute habe ich für euch ein englischsprachiges Tutorial. Allerdings ist es auch ohne es zu verstehen, gut zu sehen, was die Dame macht.

Sie macht sich eine typische Regency Frisur. Dabei werden die langen Haare zu einer schicken Hochsteckfrisur hochgesteckt. Pony, Nacken und an den Seiten zieren kleine Löckchen das Gesicht.

Die Haare wurden mit Haarbändern, Blumen, Federn und Perlen geschmückt.

Ich könnte mir diese Frisur nicht machen und müsste das echt sehr, sehr oft üben. Dafür gab es Gott sei Dank ja Zofen, die unter anderem auch dafür zuständig waren, die Haare zu frisieren.

Übrigens, die Dame im Video hat sich die Löckchen folgendermaßen gemacht:

Sie hat sich die einzelnen Strähnen an den Seiten (sie hat das an den Seiten extra so lange, das zeigt sie auch zwischen durch mal), mit Haarnadeln über Nacht festgesteckt. Sie wurden dann einfach gelöst und haben sich anschließend um das Gesicht gelockt.

Fashion Plates

Bereits im 16. Jahrhundert gab es eine vorläufige Art von Fashion Plates. Doch erst im 19. bzw. 20 Jahrhundert gewannen sie an großer Beliebtheit. Da es zu dieser Zeit noch keine Fotografien gab und die Menschen sich natürlich auch nach dem neusten Schrei kleiden wollten, wurde Fashion Plates benutzt.

Die Zeichnungen zeigten Frauen, Männer und Kinder in verschiedenen Kleidungen. Der Stil, Schnitt, Farbe und Stoff der Kleidung diente als Vorlage für eine modisches Erscheinungsbild und entsprach natürlich der jeweiligen Mode.

Erst gewannen die Fashion Plates in England an Beliebtheit, zunehmend auch in Frankreich. Meist wurden sie in Frauenmagazinen gedruckt. Die Zeitschrift The Lady’s Magazine war die erste, die Fashion Plates als Teil ihrer Serie mit aufnahm und veröffentlichte.

Mit diesen Fashion Plates konnten die Damen sich an eine Richtlinie halten, sie hatten eine Vorlage, die sie bei ihrem/r Schneider/in vorlegen konnten. Anhand von verschiedenen Inspirationen und persönlichen Wünschen, wurden die Kleider nach Maß für die Damen geschneidert.

Es war nicht üblich, das die Damen des ton sich ihre Kleidung von der Stange kauften. Es gab fertige Produkte, Accesoires, wie Handschuhe und Schals, allerdings Kleider wurden nach Wunsch und Vorstellung gefertigt. Auch gab es Hutmacher, Schuster und so weiter. Also jedes Feld war perfekt abgedeckt, damit die Damen und Herren sich individuell ankleiden konnten.

Hierzu hatte auch der Schneider/die Schneiderin entsprechende Vorlagen. Anhand diesen konnten die Damen sich ihre Kleider schneidern lassen. Die Kleider kosteten eine Menge Geld. Sobald sie aus der Mode kamen, wurden die Kleider umgenäht oder der Stoff für andere Kleidungsstücke verwendet. Weggeworfen wurde kaum etwas.

Es war selten der Fall, das jemand auf eine Veranstaltung ging, und dort jemanden traf, der genau das gleiche trug wie man selbst. Das so etwas peinliches bei ihren Kunden passierte, wussten die Schneider/innen zu verhindern. Zudem wollte jede Dame mit ihrer Kreation glänzen. Zu den Kleidern wurde jedes Accessoire genau zurechtgelegt oder passend dazu geschneidert.

Mehrmals am Tag wechselten die Damen ihre Kleidung. Es machte deutlich einen Unterschied, ob die Damen früh am Morgen einen Ausritt machten, jemanden zum Tee erwarteten, Besuch empfinden, Abends zu einem Ball oder ins Theater gingen oder, oder, oder… Zu jedem Anlass gab es also Kleidung und Accessoires, die genauestens auf einander abgestimmt waren.

Fashion Plate, 1813 Belle Assemblee
Fashion Plate, 1813 Belle Assemblee

Bei dieser Zeichnung handelt es sich um eine Abendgarderobe nach griechischem Stil. So wie es in der Regency üblich war. Auf schwere Reifröcke und (enge) Korsetts wurde verzichtet. Die Kleidung war sehr figurbetont und meist auch sehr dünn.

Hier kann ich mir vorstellen, dass das Unterkleid und die Handschuhe aus weißer Seide waren. Das Überkleid aus farbigen Tüll oder Organza. Es könnte aber auch zusätzlich aus Satin gemacht sein, so, dass nur das Unterkleid an wenigen Stellen sowie unten rum zu sehen ist (würde aber meiner Meinung nach, dann zu schwer aussehen). Mit Schleifchen wird es an einer der Seite gebunden und betont die Figur. Zusätzlich wird ein gleichfarbiges oder weißes Band verwendet, um das Kleid unterhalb der Brust zu binden. Die Farbe würde ich sehr hell, wie hier auf dem Bild gelblich, oder auch grünlich halten. Alternativ würde auch eine sehr dunkle Farbe gehen. Dazu natürlich ein passendes Haarband und den passenden Schmuck. Die Dame hat hier im Bild noch eine Stola aus sehr dunklem Stoff und wohl auch schweren Gewebe dabei. Zusätzlich trägt sie auch einen Fächer in der anderen Hand. Sie trägt weiße Slippers dazu.

Wie würde das Kleid in Deiner Fantasie aussehen? Welche Farben und Stoffe würdest Du dafür verwenden?

Chemise

Chemise steht für das französische Wort „Hemd“ und bezeichnet auch ein Hemdkleid, dass ab ca. 1794 bis ca. 1811 (Empire, Directoire) sehr groß in Mode war. Die Chemise wird mit der Modeart Mode à la Grecque, „griechische Mode“ verbunden.

Der Stoff bestand aus Musselin, Baumwolle oder sogar aus Seide, war sehr dünn und transparent und wurde unterhalb der Brust mit einem Band oder Gürtel zusammengebunden, so dass er den Körper wenig unterhalb der Brust betonte. Die Chemise war wie eine Art Tunika geschneidert, hatte zudem kurze Ärmel und einen tiefen Ausschnitt.

Unter dem Kleid wurden Unterkleider getragen. In Frankreich trugen die Damen fleischfarbene Trikots.

Die Entstehung dieser Mode hatte den Hintergrund, dass die Menschen sich zunehmend für die Antike interessierten. Weiß galt als die Farbe der Antike, daher verzichtete man auf farbige Chemisen. Die Bänder waren meist farbig (rosa oder blau) sowie wurde der Saum mit Blumenmustern geschmückt oder sogar bedruckt.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Chemise immer weiter. Von tiefen Ausschnitt zu einem hochgeschlossenen Kleid. Auch die kurzen Ärmel wurden mit der Zeit länger.

„Auch auf die Mode in der Frauenkleidung geschah jetzt eine auffallende Einwirkung. – Unsere steifen, faltenreichen Anzüge machten leichteren Formen Platz, die langen Taillen mit den Schnabelspitzen vorn und hinten verschwanden samt den Bouffants und Siebröcken, welche schon nach und nach eine Annäherung vorbereitet hatten. Der Gürtel des Kleides wurde nicht mehr an den Hüften, sondern unter der Brust gebunden; der Puder wurde allmählich abgeschafft, die Hackenschuhe abgelegt, die ganze Kleidung näherte sich mehr der Natur und eigentlich dem griechischen Geschmacke, in welchem Sinne man in den folgenden Jahren immer weiter und weiter schritt, bis zu Knappheiten in der Kleidung, die kaum eine Falte übrig ließen, so daß die genaueste Bezeichnung der darunter befindlichen Körperform der eigentliche Zweck und Ruhm dieser Mode zu sein schien. Dazu gehörten denn die wirklich oder scheinbar unter Trikots entblößten Arme, entblößte Schultern, geschnürte Schuhe, die den Kothurn nachahmten, reiche Armbänder, nicht bloß am Vorderarm wie sonst, sondern über dem Ellenbogen; abgeschnittenes und in kurze Locken gelegtes oder, wenn es lang blieb, in einen Knoten am Hinterkopf geschlungenes Haar – kurz ein, soviel es möglich war, griechisierendes Kostüm.“

Caroline Pichler: Denkwürdigkeiten aus meinem Leben, München 1914, 1. Bd., 1. Theil, S. 182f Online

Quellen:

Schamkapseln

Datei:Schamkapsel.jpg
König Heinrich VIII. in Prunkgewand mit Schamkapsel

Eigentlich war ich auf der Suche nach Polsterungen des Schritts, da ich in einigen Büchern darüber gelesen hatte, das Männer ihren Schritt auspolsterten, um mehr Umfang zu schaffen, da bin ich dann auf die Schamkapseln gestoßen und musste so lachen und das ist mir einfach einen Artikel wert.

Die Schamkapsel war im 15. und 16.  Jahrhundert sehr in Mode – bei den Männern. Sie wurde auch Braguette, Bragetto, Brayette, Latz oder Gliedschirm genannt. Da die Herrenmode sich im 14. Jahrhundert sehr veränderte, wurden so aus den boden- oder knielangen Röcke Jacken. Die Beinlinge und Strümpfe wurden bis dahin einzeln getragen, mit der Unterhose (Brouche) kombiniert und daraus entstand dann die Hose oder Strumpfhose. Diese waren sehr eng und um sich besser zu bewegen, wurden diese Röhren mit einem Schritteinsatz (Latz) verbunden, den man aufknöpfen konnte. Und aus diesem Verbundteil entwickelte sich die Schampkapsel.

Man hob sie farblich von der Hose ab, polsterte sie, verzierte sie mit Schleifen und Bändern. Wer Lust hatte, ließ sich auch Taschen drannähen (wieso auch immer). Die Polster spiegelten die Vorliebe des Trägers wieder, entweder waren sie rund, in Banenen- oder Gurkenform. Was Man(n) damit anspielen wollte, ist offensichtlich. Siehe das Bild oben ;)

Die Kirche kritisierte die Schamkapseln sehr stark. Doch der Trend hielt sich bis Ende des 16. Jahrhunderts und sollte die männliche Potenz sowie die ständige sexuelle Bereitschaft zeigen.

Da ich aber auf der Suche nach Polsterungen war, habe ich auch dazu was gefunden. Im späten 18. und 19. Jahrhundert polsterten die Männer ihren Körper (Schultern, Beine) mit Polstern aus, um einen muskulöseren Körper zu bekommen. Aber auch den Bereich zwischen ihren Beinen, polsterten sie gerne um einfach den Eindruck zu vermitteln, man hat mehr in der Hose.

In einem englischsprachigen Blog habe ich einen Artikel dazu gefunden, in dem ein Zitat aus den Aufzeichnung von Captain Coignet gepostet wurde, der das erste Mal dabei war ein Mädchen … na ja, ihr wisst schon. (Auszug aus History of Vanity by John Woodforde)

“As for me, I felt mighty awkward about undressing, and particularly about how I was to hide my wretched false calves and my three pairs of stockings. What a fix I was in.  If only I could put out the candle, all would be well. However, somehow I managed to hide them under the pillow; but it damped my spirits considerably. And the problem of how to get them on next morning tortured me.”

Grobe Übersetzung:  „…Ich fühlte mich mächtig unbehaglich mich auszuziehen und vor allen, wo und wie ich meine elenden falschen Polsterungen und meine drei Paar Strümpfe verstecken sollte. Wie schnell ich diese angezogen hatte. Wenn ich doch nur die Kerzen hätte ausblasen können, wäre alles wunderbar gewesen. Wie auch immer, ich schaffte es sie unter dem Kissen zu verstecken, aber meine Stimmung nahm beträchtlichen Schaden. Vor allem die Frage, wie ich sie am nächsten morgen wieder anziehen sollte, qüälte mich…“

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schamkapsel

Mode: Das Korsett

Das Koresett wurde eng am Körper unter der Wäsche getragen und je nach Mode geschnürrt. Sinn des Korsetts war es, den Körper entsprechend der damaligen Mode zu formen, daher änderte sich auch immer die Form. Auch gab es verschiedene Versteifungsmethoden. Früher wurde das Korstett als steifes Mieder, Leibstückern, Schnürleibern oder Schnürbrüsten bezeichnet. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Korsetts mit Fischbein versteift. Zwar gab es bereits im späten 19. Jahrhundert schon Federstahlband, Stahlspiralen und Horn für Korsettstäbe, aber man griff immer auf Fischbein zurück.

Die Geschichte des Korsetts

Erste Aufzeichnungen werden auf etwa 1530 datiert, da man davon ausgeht, dass eine Körperform der damaligen Mode ohne ein Korsett nicht möglich ist. Das Aussehen: Flachgedrückte Bust, kegelförmiger Oberkörper. Das älteste Korsett das gefunden wurde stammt aus dem Jahr 1562 und wurde mit Rohr verstärkt.

Im 16. Jahrhundert waren die Spanier die Modevorreiter und die damalige Mode war es die Brust flachzudrücken und den Oberkörper zu einem Kegel zu formen. Etwa 1640 wurde dann zwar der Oberkörper flachgedrückt aber die Brust hochgeschoben. Diese Form war bis zur französischen Revolution üblich.

Datei:Woman's corset figured silk 1730-1740.jpg
Korsett Frankreich 1730-1740

Zu Zeiten der Revolutions- und Empiremode wurden die Korsetts nicht mehr genutzt. Erst wieder 1840 wurden sie wieder zum Trend. Allerdings trugen in der Zeit des Dandytums (1820-1850) Männer Korsetts. 1828 verwendete man metallene Schnürrösen und 1829 gab es die ersten Korsetts mit Vorderverschluss, ausgestattet mit Haken und Ösen (Planchet).

Ab 1840 bis 1870 wurde es Trend den Körper nach einer Sanduhr zu formen, sprich sehr große Oberweite, kleine Taille und große Hüfte. Ab 1870 wurde das Korsett länger und formten den Bauch und auch die Hüfte gleich mit. Früher war es so, dass der Bauch unter dem Korsett rausgedrückt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts legte man sehr viel Wert auf eine kleine Taillenweite.

https://i1.wp.com/upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/8e/1890korsettmJ.jpg
Montage zur Illustration des 1890 hauptsächlich verwendeten Korsetttyps, das Sanduhrkorsett. Typisch für diesen Korsetttyp ist die sehr schmale Taille und die ausladende Hüft und Brustpartie.

Das S-Korsett wurde etwa gegen 1900 entwickelt und drückte die Brust raus und den Bauch rein, so dass eine unnatürliche Körperhaltung die Folge war. Dieses Korsett wurde etwa 1910 durch das Unterbrustkorsett abgelöst. Durch die Frauenbewegung und die zunehmende Berufstätigkeit der Frauen, als Folge des Ersten Weltkrieges, kamen die Korsetts komplett aus der Mode. Angesagt waren die Hüfthalter.

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Coutil-Korsett, Paris, 1905

Der heutige Gebrauch

Heute wird das Korsett sehr gern als erotischer Fetisch getragen, in diversen Szenen ist das Korsett sehr beliebt (BDSM). Aber auch aus gesundheitlichen Gründen wird gerne auf das Korsett zurückgegriffen. Sehr beliebt ist das Korsett auch in der Gothicszene. Auch ist das Korsett ab 1990 Jahren nicht mehr nur als Unterwäsche tragbar, sondern auch als Oberteil. Korsetts, die nicht zu eng und steif sind, werden auch Korsellets bezeichnet.

Wer schön sein will, muss leiden

Auch früher schon warnten Ärzte vor den Korsett, da man bei zu frühen Schnürren den Knochenbau verfohrmt, die inneren Orgnane beschädigt und verlagert werden (nur bei übermäßigen Gebrauch!). Ob das wirklich der Fall ist/ war ist nicht belegt. Allerdings fanden die ärztlichen Warnungen kein Gehör. Die Mädchen wurden bereits im Alter von 12 – 14 Jahren geschnürrt. allerdings gab es auch Fälle das Kleinkinder schon in gesteifte Mieder gesteckt wurden. Dass das Skelett sich dabei verformt wurde nicht nur gebilligt sogar mehr als gewünscht.

Im 19. Jahrundert wurden allerdings den schädlichen Auswirkungen des Korsetts mehr Beachtung geschenkt, vor allem durch die Frauenbewegung. Man versuchte das Korsett zu verändern und entwickelte Frauenkleider, die bis 1910 sackartig war. Man nahm anscheinend an, dass ein schöner Körper ohne Korsett nicht möglich war (z. B. Bloomer-Kostüm). Modedesigner wie Art Déco, Paul Poiret und Gabrielle „Coco“ Chanel entwickelten etwa 1912 Kleider, die auch ohne Korsett eine schöne Form machten.

Auch gab es ab Ende des 19. Jahrhunderts auch Reform- und Gesundheitskorstetts. Diese bestanden aus dehnbaren Stäben oder waren komplett aus dehnbaren Gummifäden verarbeitet. Frauenzeitschriften der damaligen Zeit veröffentlichten Anleitungen um die üblichen Korsetts zu verändert, so zum Beispiel wurden Korsettstäbe und die unförmigen Ösen entfernt.

Quelle: Wikipedia

Frisuren im Laufe der Zeit

Anmerkung: Eigentlich sollte das ein kleiner Blogbeitrag zu den verschiedenen Accesoires werden, die die Damen damals benutzten um ihr Haar zu verschönern. Allerdings bin ich bei meiner Suche immer wieder auf tolle Seiten gestoßen, die über die Frisurentwicklung berichteten. Und so fing ich an zu schreiben. Das Ende vom Lied: Ich hab einen Artikel über die Frisuren geschrieben.

Als Männer noch Jäger und Sammler waren, belegen Funde, dass auch damals schon vor knapp 200k Jahren Menschen bereits an ihrem Haar interessiert waren.

Bujao, befestigt an einer Haarnadel, so das sie sich bei jedem Schritt bewegt. Aus Gold, Perlen und Jade.

Zu Zeiten der Summerer, der Wiege der Zivilisation, den Erfinder der Wirtschaft, der Uhr und Geometrie, war es üblich, dass Frauen ihre Haare zu Knoten trugen. Auch nimmt man an, dass die meisten der Menschen schwarzhaarig waren und adelige Frauen ihre Haare blond färbten. Die Männer rasierten sich komplett, sowohl Kopf als auch Bart. Allerdings wurde es bald zur Mode ihre Bärte rechteckig zu rasieren. Die Frauen dagegen trugen lange Haare und steckten sich gut duftende Päckchen drunter. Bereits zu Zeit der Babyloner verwendeten Frauen Henna. Allerdings waren die Meister der Frisuren die Chinesen. Sie sind die älteste Zivilisation und seit jeher entscheidet ihre Frisur über Stand und Privilegien. Auch symbolisierte die Frisur den jeweiligen Familienstand der Frau. So trugen ledige Frauen und Mädchen Zöpfe, verheiratete Frauen Knoten und Witwen, die wohl kein Interesse mehr daran hatten zu heiraten, rasierten sich einfach den Kopf kahl. Die Chinesen benutzen diversen Kopfschmuck, von Haarnadeln, Blumen, bis hin zu beweglichen Anhängern, die ihr Haar verschönerten, siehe Bild rechts.

Die Ägypter bevorzugten unterschiedliche Haartrends. So konnten sowohl Frauen als auch Männer glattrasiert sein, oder trugen ihre Haare schulterlang. Je nach Wunsch und Status. Aber auch damals benutzten bereits Männer Perücken oder Haarverlängerungen. Griechen als auch Römer trugen wenig Perücken oder Haarverlängerungen sondern schnitten ihre Haare kurz und frisierten sie lockig. Bereits zu dieser Zeit wurden Haarbänder oder Kränze benutzt.

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Griechische Frauenfrisur

Die Griechen waren schließlich das Volk, das seine Trends in unsere uns bekannte Welt brachte. Männer bevorzugten ihr natürliches Haar, trugen es lang und Frauen ebenfalls offen. Waren sie verheiratet trugen sie ihre Haare zu Zöpfen. Arme Menschen dagegen hatte überhaupt keine Haare und die Reichen schmückten und parfürmierten diese. Später wurden die Haare offen getragen und durch Bänder oder Diademe gehalten. Zur Zeit Alexander des Großen waren die Frauenfrisuren wieder verändert. Sie wurden hochgesteckt und waren gelockt. Auch andere Fristuren waren üblich: Haarknoten, Zöpfe, Ponys. Sie pflegten ihre Haare auch mit verschiedenen Tinkturen und Salben und waren auch stets bemüht, dass ihre Haare gut rochen.

Nach dem Fall des Römischen Reichs, trugen die Männer lange Haare und Bärte. So gab es die Könige der Merowingischen Dynasite. Wer die längsten Haare hatte, regierte. Wollte man nicht, dass sein Sohn Thronfolger wird, schnitt man ihm die Haare und wollte man ihn komplett loshaben, rasierte man ihn und steckte ihn in die Kirche.

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Karl der Große

Mit Karl des Großen began man wieder sein Haar zu schneiden und zu pflegen. Im 10. Jahrhundert hatte die Kirche was dagegen, dass Männer Bärte trugen, so rasierten sich die Männer und Frauen trugen Schleier. Bis zum 15. Jahrhundert trugen die Männer ihre Haare kurz und auch waren ihre Gesichter glattrasiert. Dagegen war es bei den Normannen sehr wichtig, Bärte zu haben. Das unterschied sie zwischen Männern und Jungen.

Die Winsbekin aus dem Codex Manesse
Die Frau links trägt ein Gebende, ein Zeichen, dass sie verheiratet ist.
Frauen im Frühmittelalter

Bei den Frauen dagegen war es anders. Frauen trugen ab dem 5. bis zum 11. Jahrhundert ihre Haare sehr lang. Meist bis zu den Knien, die an den Seiten geflechtet und festgesteckt wurden. Oder man trug sie als Knoten am Hinterkopf. Auch war es wichtig, dass die Stirn freiblieb. Manche Frauen rasierten sich so die Haare an der Stirn weg, um sie mit Bumen, Haarbändern und anderem Schmuck zu schmücken. Es wurde nur die Stirn geschmückt, nie das Haar selber. Da die Kirche ihre Haare erotisch fand, bedeckten verheiratete Frauen ihre Haare stets mit Schleier. Bis weit ins 15. Jahrhundert war es für alle Frauen Pflicht geworden ihre Haare hinter Schleiern oder Hüten zu verstecken. Dazwischen gab es eine kurze Zeit wo sie ihre Haare auch wieder offen zeigten, allerdings nicht lange.

In der Renaissance trauten sich die Frauen wieder ihre Haare zu zeigen. Der kirchliche Druck wurde geringer und Frauen neigten dazu, immer noch ihre Stirn zu zeigen. So trug zum Beispiel Elisabeth I. ihre Haare sehr hochgesteckt. Wogegen Mary Stuart ihre Haare auf einem Gestell in Herzform um das Gesicht arrangieren ließ. Haare wurden auch wieder geschmückt mit Edelsteinen und Bändern. Wogegen Männer selbst entscheiden konnten ob sie ihre Haare kurz, lang, mit Bart oder ohne Bart trugen. Später trugen sie diese allerdings wegen dem damaligen französischen Königs kurz und auch die Bärte wurden kurz getragen. Erst der Sonnenkönig machte die langen lockigen Haare modern. Als er seine Haare anfing zu verlieren, trug er Perücken, was sich auf die Mode des 17. Jahrhunderts auswirkte. Bis dahin trugen die Frauen noch ihre natürlichen Haare frisiert zu einer Frisur. Anfang des 17. Jahrhunderts war es die Fontange, kurz danach war der Scharfskopf in. Um 1770 wurde das Perücketragen auch bei den Frauen populär. Die Perücke sagte aus, wer aus welcher Schicht kam. So war die Qualität und Farbe sehr entscheidend. Auch wurden diese immer höher und reich beschmückt. Während die Männer ihre Parücken in weiß trugen, trugen Farben pastellfarbene Parücken (rosa, violet oder blau).

Als es dann zur französischen Revolution kam, war mit der Eleganz des 18. Jahrhunderts schluss. Je einfacher um so besser hieß es, sowohl bei Mann als auch bei Frau. Anfang des 19. Jahrhundert trug man seine Haare „frei“, so war es bei Männern üblich. Es war der windzersauste Look in und Bärte und Schnurrbärte wurden kaum gesichtet. Es kam die Zeit, wo man den Griechen nacheiferte. So hatten auch die Frauen sehr einfache klassiche Frisuren. Locken an der Stirn und hinter den Ohren, der Rest aufgesteckt. Das Ganze mit Bändern oder Diademen gehalten. Einige Jahre später bediente man sich der „Jane Austen Frisur“. Um 1840 wurden die Frisuren wieder komplexer und die Männer fingen an wieder Bärte und Schnurrbärte zu tragen. Zudem kamen während dem Vitorianischen Zeitalter die Kotletten in Mode.

Die Haare wurden als Haarknoten am Kopf getragen oder auch zu Locken friesiert, die dann zur Seite fielen. Man schmückte diese mit Kämmen, Blumen, Blättern, Perlen oder Diamantbändern. Haarknoten wurden dann wieder in, die Locken erst später wieder. Um 1860 trugen die Damen nachts Lockenwickler um schöne Locken am Tag zu haben. Erst 1872 wurde der Lockenstab erfunden. Nach dessen Erfinder wurde die Frisur die Marcel-Welle genannt. Um 1880 wurde der Pompadour sehr beliebt. So steckten sich die Frauen die Haare auf die Kopfmitte und ließen Haarsträhnen rausfallen. Später wurde dann das „Gibson Mädchen“ sehr beliebt.

Quelle: http://thehistoryofthehairsworld.com