Rezension: Lynsay Sands – Ein Earl kommt selten allein

Spritzig, einzigartig, witzig, unterhaltsam und ein bisschen makaber.

Der Inhalt

ein earl kommt selten alleinChristiana kann es nicht glauben, ihr Ehemann Dicky hat doch tatsächlich ihren Vater in eine Spielunke gelockt und ihn um ein Vermögen gebracht. Doch seit dem Jahr mit dem sie mit ihm verheiratet ist, ist er ein riesiges Arschloch. Sie weiß, dass er ablehnen wird, doch ihren Schwestern zuliebe, will sie Dicky bitten, die Schulden zu übernehmen. Doch ihr Ehemann ist tot! Christiana und ihre Schwestern müssen handeln, denn sie haben nur 2 Wochen Zeit das Geld zusammenzukratzen. Also, opfert sich ihre Schwester Suzette einen armen Mann in Not zu finden und dafür ihre Mitgift einzustreichen. Doch das geht schlecht, wenn jemand erfährt, dass Dicky verstorben ist. Die Schwestern haben keine andere Wahl als ihn zu verstecken und auf Eis zu legen und bei der nächsten Veranstaltungen so schnell wie möglich einen Mann für Suzette zu finden. Auf dem Ball angekommen, fällt von Christiana alle Last von den Schultern, sie amüsiert sich und genießt ihre Freiheit, doch auf einmal steht Dicky mitten im Ballsaal  und ist unglaublich wütend. Noch weiß Christiana nicht, dass es sich bei dem Mann um den tatsächlichen „Dicky“ handelt, der eigentlich bei einem Brand ums Leben gekommen sein soll…

Meine Meinung

Je mehr Bücher ich von Lynsay Sands lese, umso mehr Hunger bekomme ich nach ihren anderen Büchern. Auch wenn der Klappentext meist extrem langweilig erscheint, schafft sie es auf mehreren hundert Seiten eine wahnsinnig lustige und unterhaltsame Geschichte zu spinnen.

„Ein Earl kommt selten allein“ ist ein super Beispiel dafür. Die Hälfte des Buches umfasst die Geschehnisse eines einzigen Tages um genau zu sein, spielt sich das Buch, wenn ich richtig gezählt habe, in weniger als drei Tagen ab. Dafür flutscht es aber mächtig. Es passiert so viel, dass man nicht wirklich mitbekommt, dass die meisten Sachen nur innerhalb von Stunden passieren.

Christianas Ehe ist seit dem ersten Hochzeitstag einfach nur mies. Ihr Mann ist nicht das, für was er sich ausgegeben hat und doch ahnt Christiana nicht, wie weit sein Betrug reicht. Zusammen mit ihren Schwestern muss sie so schnell wie möglich einen Weg finden, an Geld zu kommen und sie ist sich sicher, dass Dicky ihr dieses nicht geben wird. Zu ihrer Freude und doch zum Leidwesen aller, kratzt er einfach ab. Es wird extrem makaber, wenn nicht nur die Schwestern, sondern später auch Richard und sein Freund Daniel versuchen die Leiche aus dem Weg zu schaffen. Trotz allem hat es Lynsay Sands doch immer wieder geschafft mich zum Grinsen oder Lachen zu bringen.

Allerdings hat das Buch auch minimale Macken, so fragte ich mich ständig: Trägt Richard kein Hemd? Wieso haben die Mädchen nicht einfach den Tod public gemacht? Christiana würde doch dann Geld bekommen und könnte das Problem doch lösen. Nun gut, die Autorin wollte sich selbst keine Steine in den Weg legen und musste ja auch wiedergeben, dass die Mädels aus dem Affekt hinaus handeln. Spontan halt. Trotz dieser kleinen Mängel, die man überlesen kann oder sich keine Gedanken darum machen sollte, hat es Lynsay Sands sehr gut geschafft, herauszuarbeiten, wie Christiana unter ihrer Ehe gelitten hat.

Es ist vielleicht für viele nicht zu glauben, doch „Gewalt in der Ehe“ hat nicht immer nur was mit Schlägen und Missbrauch zu tun, sondern auch mit Schikanieren und dem was eben Dicky so an den Tag gelegt hat, um seiner Frau das Leben schwer  zu machen.

Richard ist ein sehr nobler Charakter, bei dem auch mir schlicht das Wasser im Mund zusammengelaufen ist. Auch sein Freund Daniel und die Schwestern Suzette und Lisa sind einfach nur einmalig. Man lernt also im ersten Teil der Serie, komplett alle Protagonisten aus den kommenden Teilen kennen und sehr enttäuscht habe ich festgestellt, dass ich auf den zweiten Teil noch etwa ein halbes Jahr warten muss.

Auch bin ich sehr gespannt, wie die Autorin bei Suzette und Daniel einsteigen wird und wie es weiter geht, denn noch gibt es Ungereimtheiten, die sie sicherlich im zweiten Band aufklären wird. Ich würde gerne mehr zu dem Buch schreiben, doch leider würde ich damit sehr viel verraten und das will ich auf keinen Fall. Denn schon zu viel Information könnte die ganze Geschichte einfach nur vermasseln. Doch was ich euch sagen kann, es geht nicht nur um einen toten Dicky, den irgendwie jeder versucht irgendwo zu verstecken, sondern auch darum, aufzuklären wer genau für sein Ableben verantwortlich ist und da hält die Autorin so manche Überraschungen bereit.

Ich habe euch eine Passage aus dem Buch rausgesucht:

„Das“, sagte er müde, „ist mein Zwillingsbruder George.“ Zu hoffen, dass sich Christiana plötzlich entspannen und sagen würde: „Oh, dann ist es ja gut, gehen wir in mein Zimmer und beenden wir, was wir angefangen haben“, war vermutlich zu viel erwartet, dachte Richard. Seine pochende Männlichkeit wäre dafür allerdings wirklich dankbar gewesen. (Seite 192, Ein Earl kommt selten allein)

„Ein Earl kommt selten allein“ ist für alle Fans der Autorin ein absolutes Muss. Unterhaltsam, witzig und einfach nur Klasse. Mehr davon!

Infos zum Buch

„Ein Earl kommt selten allein“ von Lynsay Sands ist der erste Teil der Madison Sisters. Alle anderen Protagonisten aus den nächsten Teilen lernt man in diesem Schmöcker kennen. Das erste Band ist im LYX Egmont Verlag erschienen, der zweite Teil soll im Januar 2016 erscheinen. Zum Dritten habe ich noch keine Infos.

Reihenfolge der Serie

  • Ein Earl kommt selten allein, The Countess, Christiana & Richard
  • Ein Lord mit gewissen Vorzügen, The Heiress, Suzette & Daniel – erscheint am 14.01.2016
  • The Husband Hunt, Lisa & Robert – aktuell nur auf englisch verfügbar

 

Advertisements

Ein Gedanke zu “Rezension: Lynsay Sands – Ein Earl kommt selten allein

  1. Hannelore Fischer

    Ich habe das Buch leider auch gelesen. Es gehört zum Langweiligsten, das ich je in die Finger bekommen habe. Die Figuren und Charaktere bleiben blaß und schablonenhaft. Die Dialoge sind hölzern bis dümmlich, und sollte auch nur ein Hauch von Spannung vorhanden gewesen sein, ist sie mir nicht aufgefallen. Der Humor ist von sehr schlichter Art. Zudem ist die Geschichte vorhersehbar. Warum jemand unbedingt wissen will, wie es mit den Schwestern weitergeht, verstehe ich nicht. Ich werde in Zukunft einen großen Bogen um diese Autorin machen.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s