Übliche Bräuche zur Regency Weihnacht

In jedem Land wird das Weihnachtsfest anders begangen und auch in England gibt es ganz andere Bräuche. Doch was heute typisch für das britische Weihnachtsfest ist, war noch lange kein Gang und Gebe zur Regency.

Auch sollte man hier die Geschichte bedenken, die sich vor der Zeit abgespielt hat. So wurde das Weihnachtsfest unter der Herrschaft von Oliver Cromwell im Jahr 1646 verboten. In Schottland war Weihnachten bis in die späten 1960er Jahre kein anerkannter gesetzlicher Feiertag. Was nun mal bedeutet, dass die typischen weihnachtlichen Festlichkeiten, die sich im Mittelalter abspielten gar nicht mehr gegeben waren. Im frühen 18. Jahrhundert fing man wieder an das Weihnachtsfest  zu feiern.

Nach Charles Dickes A Christmas Carol, 1848 fand das Weihnachtsfest auch mehr Beachtung in London. Davor war es mehr ein ländliches Fest. Das Fest startete am 6.12. und endete am 6. Januar. Üblicherweise schenkte man sich unter Freunden am 6. Dezember (St. Nikolaus) ein kleines Geschenk.

Das Haus wurde feierlich am 24. Dezember geschmückt. Zur Dekoration wurden Zweige vom immergrünen Baum, Stechpalmenzweige, Efeu, Rotdorn und Rosmarin verwendet. Auch Christrosen waren sehr beliebt. Mistelzweige wachsen meist nur im Westen und Süden Englands und waren so nicht immer überall erhältlich.

Das übliche Arrangement über der Tür, dass zum Kuss unter dem Mistelzweig verleitet besteht aus Immergrün, Äpfeln, Papierblumen und Puppen, die Maria, Josef und das Christkind wiedergeben.

Der Kuss unter dem Mistezwelg
Der Kuss unter dem Mistelzweig

Geschmückt wurde zudem nicht vor Heiligabend, denn das sollte Unglück bringen und um nicht das Pech ins neue Jahr mitzunehmen wurde die Weihnachtsdekoration am 6. Januar oder schon davor wieder entfernt.

Die Christbäume fanden erst ab 1848 einen Platz in den britischen Wohnzimmern. Davor war der Brauch zwar als deutscher Brauch bekannt, aber eher nicht beliebt. Erst durch ein Bild von der Königsfamilie um den Tannenbaum herum, das in der Zeitung abgebildet wurde, bekam der Weihnachtsbaum seinen Platz bei den Engländern.

Traditionell schlug man auch den Yule log, der feierlich in die Wohnstube getragen und im Kamin verbrannt wurde. Dieser Brauch bestand schon sehr lange und war ein sehr großes Ereignis. Man zündete diesen an Heiligabend an, bewahrte einen Rest davon auf und entzündete damit den neuen Weihnachtsscheid. Das sollte Glück bringen. Diese Tradition verschwand zunehmend mit den Mangel an großen Kaminen und wurde durch die leckere Weihnachtsnachspeise Bûche de Noël ersetzt, die die Form eines Baumes hatte und so symbolisch für den Yule log steht.

In der Regency gab es zudem auch keine Weihnachtskarten. Weihnachtskarten wurden erst ab 1836 versendet. Allgemein wurden an Heilig Abend und an den Weihnachtsfeiertagen alle mit „Happy Christmas“ gegrüßt.

Um sich die Zeit zu vertreiben, wurden Spiele gespielt, wie z. B. das beliebte Pantomime. Weihnachtslieder wurden nicht zwingend gesungen. Man sagt, es sei eine viktorianische Tradition, andere Quellen sagen es sei eine Tradition in Wales. Gesungen wurden meist Lieder wie, „Deck the Halls“, „Here We Come a-Wassailing“ oder „While Shepherds Watched Their Flocks by Night“.

Am 1. Weihnachtstag stand ein Kirchenbesuch an. Gefolgt von einem ausgiebigen Mittagsessen, bestehend aus einem Eberkopf (meistens allerdings ein einfacher Schweinskopf), Gans oder Truthahn, dazu gab es Plumpudding, Marzipan und Lebkuchen.

Ein Regency Weihnachtsessen
Ein Regency Weihnachtsessen

Der 2. Weihnachtsfeiertag ist auch bekannt als der „Boxing Day“. Hier überreichte man Geschenke oder Boxen an diejenigen, die dir das Jahr über gute Dienste geleistet haben (meist an die Untertanen) oder man half auf andere Art und Weise, und tat damit Gutes. Der Tag war aber auch sehr beliebt um Füchse zu jagen.

Die Weihnachtsfeierlichkeiten wurden mit der Twelfth Night party, am 6. Januar abgeschlossen. Hier wurden ausgelassen Spiele gespielt, gesungen, getanzt und gegessen.

Heute wird das „verlängerte“ Weihnachtsfest nicht mehr so gefeiert, wie damals. Es gibt sicherlich die Vorweihnachtszeit beginnend mit Advent, anschließend die Weihnachtstage und dann ist Schluss. Diese Änderung kam durch die Industrielle Revolution und dadurch, dass die Menschen dann bereits schon arbeiten mussten.

cruikshank-christmas-pudding-served-at-dinner-party-life-magazine-image

Quelle: Autorin Regina Scott, Historical UK
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s