Kindheit: Von Jungen zum Mann

Gebar ein junges Ehepaar seinen ersten Sohn – war eins sicher: Die Erbfolge war gesichert. Schon von klein auf wird der Junge auf seine spätere Aufgabe vorbereitet und dementsprechend ausgbildet.

Sobald das Baby geboren wird, ist es erstmal unwichtig ob Junge oder Mädchen, wichtig war, dass es überlebte. Denn die Sterblichkeit der Kinder war früher hoch. Nicht zuletzt kam es auch vor, dass die Mutter im Kindbett starb. Die Erziehung des adligen Jungen wurde in den meisten Fällen nicht von den Eltern übernommen. Hierfür wurde schon von kleinauf Personal eingestellt. Da Stillen bei adeligen Frauen nicht üblich war, wurde hierzu eine Amme eingestellt sowie ein Kindermädchen, die das Baby säuberte, fütterte und auf es aufpasste.

Es gab feste Zeiten während denen die Mutter oder der Vater seinen Sprösling aufsuchte. Das Kind wird von einer Gouvernante erzogen und lernt so die gesellschaftlichen Regeln und Gepflogenheiten.

Ein Hauslehrer bringt dem Jungen lesen, schreiben und rechnen bei. Alles was der Junge wissen musste, lernte er nun. Ab 11 Jahren wurden die Jungen in den meisten Fällen auf ein Internet, wie Eton geschickt. Die Ferien verbrachten sie zuhause, den Rest des Jahres waren sie in der Schule.

Ein Junge wird auf die Führerrolle vorbereitet. Er ist gebildet was Sprache, Geschichte, Litaratur, Politk, Geographie und Gesetze angeht. Zudem weiß er wie er sein Gut verwalten kann, also hat er auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Zudem kann er tanzen, sich gewählt ausdrücken und weiß sich zu benehmen. Ein Mann rüpst nicht, furzt nicht und verhält sich anständig.

Nach dem Internat wird ein Besuch in einer Universität angehängt, wie z. B. Oxford. Im 19. Jahrhundert war es zudem üblich, sofern sich die Familie das leisten konnte, die jungen Männer auf eine Grand Tour zu schicken. Das heißt, sie reisten von Land zu Land und hatten jede Menge Spaß. Sie lernten andere Kulturen kennen und sammelten Erfahrung.

Gab es mehrere Söhne in der Familie, erbte nur der Erstgeborene die Ländereien und den Titel des Vaters. Die anderen Brüder gingen entweder zum Militär und verdienten so ihr Geld (das Patent kaufte die Familie) oder machten ihre Karriere in der Kirche.

Der Erbe des Gutes ist nun Landbesitzer (meist aber erst wenn der Vater stirbt). Er ist für die Familie und seine Geschwister zuständig. Seine Aufgabe ist es, dem Land Gewinn abzuringen um seine Familie zu versorgen. Um Geld zu machen war es auch nicht unüblich, dass man sich als stiller Teilhaber an Investitionen beteiligte oder Handel betrieb. Durch die Einnahmen, die durch die Ländereien enstanden, konnte also die adelige Familie versorgt werden.

Ging jemand zum Militär so bekam er einen Sold wenn er kämpfte. War aktuell der eigene König nicht mit jemanden im Krieg, so konnte er sich als Söldner verdingen.

Mit zunehmenden Alter wächst der Druck zu heiraten und selbst Kinder zu zeugen. Meist wird die Ehe durch die Eltern in die Wege geleitet. Es war nicht unüblich ausserhalb seines Standes zu heiraten, wie z. B. eine Bürgerliche, deren Vater Geld hatte und gerne bereit war eine große Mitgift zu bezahlen. War man auf kein Geld angewiesen, heiratete man trotz dessen so gut wie es ging und selten aus Liebe. Im Vordergrund stand immer: Geld, Macht, Kontakte und Bündnisse.

Sobald man also verheiratet war, macht man sich als Mann daran einen Erben zu zeugen. Ob man seine Frau mag oder nicht, spielt eher weniger eine Rolle, denn es ist eine Pflicht, die es zu erfüllen gibt. Sexuelle Leidenschaft oder Liebe erfüllte der Mann meistens ausserhalb seines eigenen Heimes. In den Augen der damaligen Gesellschaft nicht ungewöhnlich, wenn ein Mann fremd geht und etwas völlig normales.

In seiner Freizeit beschäfgtigt er sich mit Sport, Politik und gesellschaftlichen Veranstaltungen.

Wird sein Kind erwachsen ist auch er darauf bedacht, es so gut wie möglich unter die Haube zu bringen oder gewinnbringend zu verheiraten um entsprechend dem Namen seiner Familie zu mehr Ehre zu verhelfen und die Zukunft der Familie zu sichern.

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