Der Gentleman

In historischen Liros, die in den letzten 200 – 300 Jahren handeln, lesen wir sehr oft den Begriff „Gentleman“, wir wissen es ist etwas gutes, der Mann benimmt sich gut, hat Manieren… aber was ist eigentlich ein Gentleman und wodurch zeichnet er sich in Wirklichkeit aus?

In Deutschland ist der Gentleman mit dem Begriff Ehrenmann gleichzusetzen. Die Engländer prägten den Begriff Gentleman und gilt als englischer Nationalcharakter.

Gentleman setzt sich aus den Wötern „liebenswürdig“, „gütig“, als auch „Mann“ zusammen. Zudem beinhaltet der Gentleman auch das altfranzösische Wort „wohlgeboren“, als auch das Wort „Adel“.

Damit jemand FRÜHER als Gentleman bezeichnet werden konnte, war es erforderlich, dass er mehrere Charakterisierungen aufwies. So spielte seine Abstammung, Bildung, Charakter, Beschäftigung als auch seine Kleidung eine wichtige Rolle.

Die Abstammung:

Ein Gentleman stammt aus einer adeligen Familie ab, so war es früher üblich um als Gentleman bezeichnet zu werden. Auf jeden Fall war es wichtig, entweder direkt aus einer zu stammen oder ein Nachfahre einer bekannten und ehrbaren Familie zu sein. Denn der Begriff Gentleman wurde mit dem Adel gleichgesetzt. Als Gentleman galten auch Männer die Ritter, Schildknappe oder Grundbesitzer waren. Oft war es auch wichtig, ein eigenes Wappen zu tragen, um den Titel Gentleman würdig zu sein.

Die Bildung:

Auch hier stritten sich die lieben Engländer, wer denn nun ein Gentleman sei. In der Zeit von Elisabeth I. vertrat man z. B. die Meinung, ein Gentleman sollte unbedingt lesen, schreiben, singen, zeichnen, fremde Sprachen sprechen und auf jeden Fall sich noch in Theologie und Rechtswissenschaft auskennen und zudem ein Gelehrter sein. Diese Meinung vertrat Richard Mulcaster, selbst ein Adeliger der damaligen Zeit. Ein anderer Adeliger der damaligen Zeit pochte auf Bildung in Grammatik. Mathematik und Logik. Ein anderer Herr der damaligen Zeit forderte dagegen, dass ein Gentleman auf jeden Fall sich mit Recht, Wissenschaft, Büchern und Kunst auskennen sowie eine eine Uni besucht haben sollte.

Diese Meinung wurde allerdings von den anderen Mitgliedern des tons stark bestritten. Genau diese Punkte, sagte man, waren einem „Gentleman nicht würdig“. Denn in der Regel war die Uni oder andere Einrichtungen nur den nachgeborenen Söhnen des Adels vorbehalten, die selbst keine Erben waren. Am besten wäre es, wenn der perfekte Gentleman zwar von allem ein bisschen Ahnung hat, aber dann doch nicht zu viel davon.

Also einigte man sich drauf, ein Gentleman war wer eine anerkannte Schule besucht hat, wie z. B. Eton, Rugby, Winchester, usw.

Der Charakter:

Ein Gentleman sollte sich moralisch und ethisch korrekt benehmen, so waren Eigenschaften: Sorgfalt, Umsicht, verteidigt seinen guten Namen, Tugendhaft, er tut Gutes, ist demütig, geduldig, enthaltsam/keusch, ehrlich und vieles mehr. Das sind einige Eigenschaften, die die Verterter der damaligen Zeit als wichtig erahnten. Um es zusammenzufassen: Ein Gentleman ist jemand, der sich weiß zu benehmen und der nur gute Charaktereigenschaften aufweist.

Die Beschäftigung:

Die strenge Meinung vertrat, dass ein Gentleman sein Lebensunterhalt ohne Arbeit decken sollte. Die meisten, die nicht arbeiteten im alten England waren adelige Grundbesitzer, denn die lebten aus dem Einnahmen ihrer Ländereien. Die etwas modernere und lockere Auffassung, war, dass ein Gentleman seinen Lebensunterhalt nicht mit körperlicher Arbeit bestreiten sollte, bedeutet er sollte einen Beruf wie Arzt, Anwalt oder Theologe haben. Was sich allerdings mit dem Punkt Bildung streitet.

Auch war es so, dass im 15. Jahrhundert z. B. die Handelsleute noch sehr geschätzt wurden, dass sah in den anderen Jahrhunderten schon etwas anders aus. Und so sagte man, dass ein Gentleman niemals im Handel tätig sein könnte – das war seinem Stand nicht entsprechend.

Karrieren in der Armee oder in der Politik waren eher geeignet und auch ein Abschluss auf einer guten Uni wie Oxford, Cambrige oder eine kirchliche Karriere wurden gerne gesehen.

Die Kleidung:

Ein Gentleman kleidet sich entsprechend der neusten Mode und sollte gepflegt sein.

Hier mal ein kleiner Auszug aus Bernhard Roetzel: Der Gentleman. Handbuch der klassischen Herrenmode, 1999, S. 8

„Ein wahrer Gentleman ist jemand, der nichts dem Zufall überlässt. Es reicht nicht, daß man sich tadellos kleidet und daß alles makellos gepflegt ist. Die ganze Erscheinung muss vollkommen sein. […] Sind die Fingernägel gut manikürt? Sitzt der Hut im rechten Winkel? Ist der Regenschirm so eng gerollt, wie es sich gehört? Alle diese Fragen muss ein Gentleman sich stellen, sobald er mit dem Frühstück fertig ist.“

Zusammengefasst ist ein Gentleman ein Mann, der aus einer guten, ehrbaren adeligen Familie stammt, eine gute Erziehung genossen hat und keine körperliche Arbeit verrichtet. Zudem ist der Gentleman jemand, der auf sein Äußeres acht gibt, gute Manieren hat und gute Charaktereigenschaften aufweist.

Der Begriff Gentleman wurde immer weiter ausgedehnt um auch andere Gesellschaftsgruppen einzubeziehen, so gab es den Begriff new gentleman, dieser war für erfolgreiche Kaufmannsleute bestimmt. gentlemen by nature waren Männer aus einfachen Ständen, die sich durch gute Manieren oder besonders vorteilhafte Charaktereigenschaften auszeichneten. temporary gentlemen waren Männer, die im Krieg gedient hatten, Erfolge erzielt haben aber keinen adeligen Ursprung sowie deren Bildung hatten.

Mit dem 19. Jahrhundert ist der Begriff Gentleman allerdings nicht mehr so streng mit den o.g. Ausführungen zu sehen. Ab da galt jemand als Gentleman, der Damen gut und höflich behandelte. Auch wurde es zum Synonym für einen Mann, so gibt es ja die allgemeine Anrede in Briefen „Dear Ladies and Gentleman“, englische öffentliche Toiletten werden mit Gents gekennzeichnet und für Bordelle, Clubs und andere Einrichtungen zu denen nur Männer Zugang haben werden als Gentleman’s Club bezeichnet.

Quelle: Wikipedia

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